Direkt zum Hauptbereich

Zeitliche Abgrenzung in der Erfolgsrechnung

Zeitliche Abgrenzung
Die Erfolgsrechnung zeigt Aufwände und Erträge für eine bestimmte Rechnungsperiode. 
Im Geschäftsalltag gibt es viele Aktivitäten, welche sich nicht an den Zeitrahmen des Geschäftsjahres halten.

Es gilt: Aufwände und Erträge werden in der Rechnungsperiode abgebildet, aus der sie entstanden sind. Unabhängig davon, wann der Geldfluss erfolgt oder die Rechnungen gestellt werden.


Um diese zeitlichen Abgrenzungen vorzunehmen, stehen zwei buchhalterische Methoden zur Verfügung:

  • Rückstellungen
  • Rechnungsabgrenzungen (Transitorische Aktiven und Passiven)
  • Separate Kreditorenkonten (Beispiel Sozialversicherungen)

Sie unterscheiden sich in der Gewissheit über die Verpflichtung:
  • Die Rechnungsabgrenzung kommt zum Zuge, wenn Betrag, Zeitpunkt der Fälligkeit und Schuldner bzw. Gläubiger bekannt sind.
  • Rückstellungen werden gebildet, wenn Höhe und Zeitpunkt des Eintritts noch unbestimmt sind.
  • Separate Kreditorenkonten sind eine Sonderlösung für Sozialversicherungsbeiträge und die Mehrwertsteuer aufgrund der Abrechnungsverfahren.

Beispiele:

  • Wegen eines Defekts an einer Maschine in unserer Produktionsstrasse wurde das Grundwasser verschmutzt. Wir werden voraussichtlich Busse und Schadenersatz leisten müssen und es ist noch nicht klar, ob der Lieferant der Maschine dafür haftet. Das heutige Ereignis wird höchstwahrscheinlich in Zukunft zu einem Geldabfluss führen.
  • Der Hypothekarzins ist immer am 30. Juni für die vergangenen 12 Monate fällig.
  • Es wird im Jahr 1 eine selbst produzierte Maschine verkauft. Gesetzlich sind wir verpflichtet, Garantieleistungen während eines bestimmten Zeitraumes zu erbringen. Sollten im Jahr 2 Garantieleistungen erbracht werden müssen, hängt dies mit mangelhaften Maschine zusammen, welche im Jahr 1 verkauft wurde.
  • In einem Produktionsbetrieb sind Grossrevisionen am Maschinenpark in regelmässigen Abständen üblich und erforderlich. Aufgrund hoher Auslastung wird die Revision im 5. Jahr auf das 6. Jahr verschoben.
  • Am 31. Oktober wird die Miete der Lagerhalle für die nächsten 12 Monate im Voraus bezahlt. In die aktuelle Rechnungsperiode gehören aber nur 2 Monatsmieten.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Soll und Haben - die Logik des Sachkontos

Was Sie bereits wissen: In der Finanzbuchhaltung werden die relevanten Geschäftsfälle in Sachkonten erfasst . Die doppelte Buchhaltung basiert auf der Annahme, dass jeder Geschäftsfall zwei Sachkonten gleichzeitig betrifft. Aus den beiden betroffenen Konten wird ein Buchungssatz gebildet.  Die Logik des Kontos Die einzelnen Sachkonten funktionieren grundsätzlich gleich wie ein Bankkonto. Sie haben Geld auf dem Konto, geben davon etwas aus, nehmen zusätzliches Geld ein und der Schlusssaldo zeigt den aktuellen Wert des Bankkontos. Betrachten wir das Beispiel oben: Sie verkaufen Waren im Wert von CHF 999. Soll und Haben - Vorzeichen der doppelten Buchhaltung In der doppelten Buchhaltung wird nicht mit den Vorzeichen „Plus“ und „Minus“ gearbeitet. Das einzelne Sachkonto wird als Konto mit den beiden Spalten „Soll“ und „Haben“ geführt. Es gibt eine eigene Vorzeichenlogik für die 4 Kategorien: Bilanz Vermögenswerte = Aktiven oder Aktivko...

Personalkosten - Was kosten uns Mitarbeitende?

Beim Stichwort "Personalkosten" denken viele nur an den Lohn von Mitarbeitenden.   Der Arbeitgeber bezahlt jedoch auch einen beachtlichen Teil der Sozialversicherungsbeiträge.  Je nach Alter und Anstellungsbedingungen des Mitarbeitenden kommen Kosten von 10 - 30% des Bruttolohns dazu. Ein Beispiel: Angestellter beim Kanton Bern 50 Jahre alt 1 Kind im Schulalter Um beurteilen zu können, was uns Mitarbeitende kosten, gilt es zwei Situationen zu unterscheiden:    1.Reguläre Zahlung von Lohn und Sozialversicherungsbeiträgen  2.Kosten beim Ausfall von Mitarbeitenden (Unfall, Krankheit, Mutterschaft, Dienstpflicht)      1. Reguläre Zahlung von Lohn und Sozialversicherungsbeiträgen Die buchhalterische Abbildung von Lohnzahlungen und Sozialversicherungsbeiträgen setzt einige Grundkenntnisse des Schweizer Sozialversicherungsrechtes voraus: die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (Dreisäulensystem), der Schutz...

Erwerbsersatzordnung

Die Erwerbsersatzordnung (EO) ersetzt Personen, die Militär-, Zivil- oder Zivilschutzdienst leisten, einen Teil des Verdienstausfalls ( Erwerbsausfallentschädigung ).  Die Erwerbsausfallentschädigung für Dienstleistende beträgt 80 Prozent des Lohnes vor dem Einrücken. Seit 2005 leistet die EO überdies den Erwerbsersatz bei Mutterschaft ( Mutterschaftsentschädigung ). Erwerbstätige oder selbstständige Frauen haben während 14 Wochen Anspruch auf den Ersatz von 80 Prozent ihres durchschnittlichen Erwerbseinkommens vor der Geburt, maximal Fr. 196.– pro Tag. Die versicherten Personen Die EO ist wie die Invalidenversicherung eng mit der AHV verbunden. Sie erfasst grundsätzlich die ganze in der Schweiz wohnhafte Bevölkerung (inkl. ausländischer Staatsangehöriger), ohne Rücksicht darauf, ob die einzelne Person je, in der Schweiz Militär-, Zivil- oder Zivilschutzdienst leisten wird oder Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung erheben kann. Der Beginn und das Ende de...